Archiv

Archiv für den Monat August 2015

über den schienen wabert die hitze, der s-bahnwagon ist sonnengeflutet und auf allen menschen liegt ein mattglänzender schweißfilm. nur eine sekunde bevor die türen zufallen, springt ein junge im trainingsanzug ins abteil. er ist etwa 14 jahre alt, strohblond und hat so einen dümmlichen hundeblick drauf, das alle, die ihn angucken, nicht mehr wegschauen können. keuchend stemmt er die arme auf die oberschenkel. dann wendet er sich zur tür und starrt angestrengt hinaus – wobei seine zunge hechelnd über die schneidezähne ragt. ein paar mädchen kichern. ein mann mit rasiertem schädel stößt seinen sitznachbarn in die seite und deutet mit einem kopfnicken hinüber. gerade als sich die bahn in bewegung setzt klatscht eine hand gegen die scheibe, genau vor die nase des jungen. er fährt erschrocken zurück und wäre beinahe mit dem hinterkopf an die haltestangen geprallt. draußen erscheinen ein paar grimmigausschauende typen, die versuchen schrittzuhalten und mit geballten fäusten gegen den wagen hämmern. wir werden immer schnellerr, lassen den bahnsteig hinter uns und fahren hinein in die stadt.

Advertisements

WordPress öffnen, auf das Bleistiftsymbol klicken und von Anfang an keinen Schimmer haben, was man eigentlich schreiben will. Kein Schimmer, schimmer, schimmer.. Schimmer. Gestern Abend wieder durch die Stadt gelaufen, nur um sich von einem Ort zum Nächsten treiben zu lassen. Am Morgen wieder mit dem ersten Bus nach Hause. Sich zwischendurch fragen, was das alles soll. Aufregung gleich null, weil alles mit dem Gesicht im Kopfkissen endet.

Sehr nette Barfrau in der Hafenstraße kennen gelernt. Gespräch über das Offensichtliche, über Betrunkene und Kneipen. Darüber, wie schön es sein kann sich einfach in eine Bar zu setzen, einem guten DJ zuzuhören und dabei sein Bier zu trinken. Einigkeit darüber, das man sich nicht immer mit anderen unterhalten muss. Sich mit der Flasche in der Hand auf einem sehr nüchternen Level sehr verstanden gefüllt. Äh. Gefühlt mein ich. Aufrichtiger und herzlicher Smalltalk schlägt affektiertes Intellektuellengeschwaller die zweitausendachtundvierzigste.

Nach dem Aufwachen die Notizen auf dem kaputten Smartphonedisplay durchgehen und versuchen die kryptischen Textnachrichten an sich selbst zu entschlüsseln. „Alles was ich will, ist alles was du weißt.“ Was soll das? Hat vielleicht mit einem Song zu tun, der letzte Nacht gespielt wurde. Einen Liter Wasser trinken, duschen gehen.