Traum in der Nacht zum 1. Oktober

Ich bin wieder im Schwedenurlaub uns sitze allein in V.s rotem PKW. Dabei bin ich seit mindestens vier Jahren nicht mehr Auto gefahren. Die ganze Zeit kämpfe ich mit der Gangschaltung und immer wieder schramme ich haarscharf an Menschen, Autos, Bäumen und Laternenpfählen vorbei. Anstatt auf die Straße zu achten, wühle ich auf der Suche nach meiner Sparkassenkarte im Handschuhfach herum. Um per Telefongespräch die Karte sperren zu lassen, halte ich an der nächsten Straßenecke, wo sehr primitiv wirkende deutsche Touristen in schlechter Haltung auf Liegestühlen hocken. Ihre käsigen Oberköper sind dreckverschmiert und sie verständigen sich nur mit Tierlauten. Als mich einer von ihnen anbellt, steige ich sofort wieder ein und rase los. In der nächsten Stadt halte ich erneut an und stelle das Auto mitten auf einer Fußgängerinsel ab. In einer öffentlichen Toilette, von oben bis unten voller Graffiti, treffe ich eine Gruppe junger Leute. Sie wollen trinken gehen und ich würde gerne mitkommen. Allerdings wird mir klar, dass definitiv jemand sterben wird, sollte ich heute noch besoffen fahren. Den PKW kann ich nicht mehr finden. Auch meine Schuhe sind weg. Plötzlich ist alles voller Schnee. In Begleitung von drei Typen und einem Mädchen aus Berlin laufe ich durch die Stadt. Während ich ihnen erzähle, das Hamburg generell viel cooler sei, frage ich mich, ob ich eigentlich selbst daran glaube. Auf einer hölzernen Brücke machen wir Halt und schauen auf einen Fluß, der aussieht wie die Alster. Eine riesige Hand greift aus den Fluten an die Oberfläche und reißt ein paar Ruderboote in die Tiefe. Gigantische Wellen türmen sich auf und rollen auf uns zu. Gelangweilt erkläre ich alles für eine gigantische 3D Animation. Doch dann zersplittert der Wasserdruck die Bretter unter unseren Füßen und ich fange an zu rennen. Kurz bevor der Boden wegbricht, setze ich zum Sprung an und lande ohne jede Anstrengung in einer Baumkrone. Eine fette Möwe rast im Sturzflug auf mich zu und ich hole ich zum Schlag aus, um das Vieh so richtig wegzuscheuern. Doch genau in dem Moment, in dem meine Hand das Tier treffen sollte, ist es verschwunden. Und alles andere ist wieder da. Die Brücke, meine Schuhe, der PKW und meine Sparkassenkarte. Als ich aufwache schaue ich trotzdem erstmal ins Portemonnaie.

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