Film: Deutschland im Herbst

Fassbinder, der nackt mit einem Freund telefoniert und erklärt, dass Gefängnis, in dem sich die Terroristen erschossen haben, wäre das sicherste der Welt und wie wahrscheinlich es denn wohl sei, dass man es geschafft habe, Schußwaffen dort hineinzuschmuggeln. Wobei er sich die ganze Zeit unablässig am Schwanz rumspielt. Wie er anschließend eine ältere Frau interviewt, die pro Todesopfer der RAF gerne eines von deren Mitgliedern kalt machen lassen würde. Ihre Antwort auf die Frage, was die beste Staatsform sei: „Das Beste wäre son autoritärer Herrscher, der ganz gut ist und ganz lieb und ganz ordentlich.“ Ihr Gesicht in Großaufnahme, das bei dieser Vorstellung in seeliger Verzückung erstrahlt. Dann ein Schnitt und die deutsche Nationalhymne.

Gestern Abend bin ich über „Deutschland im Herbst“ gestolpert. Es ist ein Zusammenschnitt aus mehreren Kurzfilmen über… äh, über den Deutschen Herbst eben. Fassbinders Beitrag ist besonders schön. Er gibt einen sehr persönlicher Blick auf die Dinge und spiegelt eindrücklich Gefühle wieder, die zu dieser Zeit das politische Klima der BRD bestimmten. Schmeckt nach Verzweiflung, Angst und Zynismus.

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