Menschsein für Dummies

Menschsein für Dummies. Manche Verhaltensweisen fallen dir verdammt schwer. Eine der Grundlagen von menschlicher Kommunikation ist da so ein Beispiel. Für viele Leute selbstverständlich, für dich. Nicht.

I. Regel: Wenn du willst, dass dich jemand versteht, dann ist es das einfachste, du sprichst mit ihm. Falls das noch nicht klar sein sollte: Dazu benutzt man seinen Mund.

Du hast eine natürliche Abneigung gegen Regeln. Das war schon immer so und manchmal wurde es zu einem Problem. Über die Jahre hast du gelernt, dich damit abzufinden. Nicht mit den Regeln, sondern mit deiner Abneigung dagegen. Wenn du dir an dieser Stelle also einen gutgemeinten Ratschlag geben willst, etwa „Mach doch mal den Mund auf“, solltest du eine logische Erklärung für diese liefern. Denn ansonsten denkst du einfach nur: Find ich kacke. Mach ich nicht.

Also. Memo an mich selbst: Warum ist es nützlich zu reden.

Reden ist gut, wenn man einem anderen Menschen klar machen möchte, was gerade im eigenen Kopf geschieht. Nützlich kann es zum Beispiel dann sein, wenn Jemand sich dazu entschließt betrunken über eine vollbefahrene Autobahn zu rennen. Das ist dir schon mal passiert und es war wirklich sehr nützlich. Du hast ihn ordentlich geschüttelt und gesagt: „ICH GLAUBE, DAS IST KEINE SO GUTE IDEE.“ Und schon war das Problem gelöst. Das ist aber gar nicht relevant, denn mit diesen Dingen hast du kein Problem. Auch nicht damit, beim Bäcker zu sagen „Ich hätte gern einen Kaffee und ein Franzbrötchen.“ War auch nie ein Problem.

Schwierig ist es für dich allein, deine Gefühle mitzuteilen. Warum aber könnte gerade das wichtig sein? Das hat zum Einen mit der zeitlichen Strukturierung dieser Welt zu tun. Wenn du zum Beispiel wütend bist, kannst du nicht jedes mal eine Hardcore CD aus dem Schrank kramen und sagen: „Ich fühle mich wie Track Nr. 11.“ Man, das dauert doch ewig. Genauso wenig kannst du dich immerzu hinsetzen und Aufsätze darüber verfassen, wie sehr dich die Menschheit anpisst. Das heißt, das kannst du schon und das ist auch schön und gut. Aber für die alltägliche Kommunikation mit anderen Lebewesen dauert das einfach zu lang. Ein weiterer Grund, warum es gut sein kann, Dinge auszusprechen: Gefühle kann man nicht sehen. Zumindest solange nicht, bis sie eine bestimmte Schwelle überschreiten und in körperliche Verhaltensweisen übersetzt werden. Believe it or not: Während du in deiner Gefühlswelt an einem reißenden Fluß stehst, während der Sturm dir um die Ohren peitscht, während Regen und Wind dir das Fleisch von deinen Knochen nagen, sehen die anderen einfach nur denselben gelangweilten Spinner wie eh und je. Mit den positiven Gefühlen ist es genau dasselbe. Es mag sich so gigantisch anfühlen, dass du denkst, wirklich jeder müsste das doch mitbekommen. Aber das tun sie eben nicht. Und außerdem: Das Aussprechen von Wörtern ist einfach unfassbar wirkungsmächtig. In jedem Lebensbereich kann es dir dabei helfen Emotionen zu verarbeiten und Ziele zu erreichen. Noch besser: Dinge, die du sagst, können andere aufnehmen und verarbeiten. Was dabei herauskommt ist manchmal wie Stille Post. Und Stille Post mochtest du schon immer.

Gut, und alles weitere darüber, wie Gedanken zu Wörtern und Wörter zu Realitäten werden, kannst du dann in irgendwelchen dicken Schinken nachlesen.

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2 Kommentare
  1. phelotom sagte:

    Und wie dann wieder Realitäten zu Gedanken werden und schließlich Realität auch nur ein Wort ist…

    • reprox sagte:

      Herzlich Willkommen in der Spirale des Wahnsinns. Wenn Sie glauben, am Ende brennt vielleicht ein Licht, dann treten Sie jetzt ein!

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