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Archiv für den Monat August 2017

Der typische Amsterdammer Kiffertourist ist kein Hippie.

Der typische Amsterdammer Kiffertourist frißt sich mit Nestléprodulten voll und knallt sich ausschließlich mit den härtesten Grassorten zu, bis er so high ist, das er vergisst nach dem Kacken zu spülen.

Dankeschön.

Der typische Amsterdammer Kiffertourist ist ein Tourist.

durch die einkaufszone der millionenstadt fliesst ein strom aus menschen.
hier, wo alle leute gleich sind, solange sie nur geld haben, wandelt sie wie eine lebendige leiche.
die arme ueber die brust gekreutzt, wie man es mit toten tut, die man in einer letzten wuerdevollen geste unter die erde bringt.
ihre haltung sagt alles.
sie sagt dasselbe, wie ihre dunkle haut, die genauso braun ist wie aschfahl.
sagt dasselbe, wie ihre augen, die leblos und betaeubt wirken.
hinter den lidern liegt der schmerz, wie eine tiefe schwarze see.
alles an der koerperlich jungen frau schreit dieselben zwei worte heraus.
ich sterbe.

die unnatuerlichkeit ihrer pose ist verstoerend.
niemand, dem es psychisch auch nur halbwegs gut geht, laeuft so durch diese welt.
sie gibt sich selbst eine umarmung.
spuert die waerme der eigenen haut und wuenschte, es waere die eines anderen.
wiegt sich wie ein kind in der anonymen masse.
wer bist du und was hat man dir angetan.
so schnell wie sie aufgetaucht ist, wird sie auch wieder verschluckt.

Nach Feierabend stehen sie in verschwitzten Franchiseuniformen hinter gläsernen Auslagen. Fastfood verkaufen, Kaffee ausschenken, den Boden kehren und die Kasse zählen. Freundlich sein, ansprechbar sein und nicht zu langsam. Die Ladenfront schließen und vor dem Hinterausgang Zigaretten rauchen. Sich zwischen Müllcontainern und Pappkartons gegen die Wand lehnen, den Blick durchs Nichts schweifen lassen. Ein taubes Wummern zwischen den Schläfen fühlen und versuchen sich nicht darauf zu konzentrieren. Mit den Kollegen fluchen. Mit den Kollegen schweigen. Sich von Kollegen verabschieden. Den Bus nach Hause nehmen und mit überreizten Netzhäuten auf glühende Displays starren. Persönliche Nachrichten dechiffrieren und spätestens bei der Interpretation kläglich scheitern.