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Eine Kaugummiblase platzt und heraus strömt heißer Atem als feiner Dampf. Die kalte Nachtluft ist getränkt von den Abgasen der Straße und Zigarettenrauch sammelt sich unter dem gläsernen Dach der Haltestelle. Neonröhren tauchen den Busbanhof in ein unversöhnliches Gelbgrün. Das Licht läßt jeden Wartenden erscheinen, wie einen einsamen Planeten. Wir sind lebende Organismen in der Kälte eines grobkörnigen Universums, befremdlich und abgelegen, nah beieinander und unendlich fern. Ein sterbender Stern trägt Hausschuhe bei minus drei Grad und Kotzeflecken auf der zerfetzten Übergangsjacke. Die Zutaten eines Döners hängen in seinem filzigen Bart und unter seinem Arm klemmt eine Flasche Coca Cola, in der nicht nur  Coca Cola ist. Eine Kollision von Himmelskörpern geschieht am Fahrplanaushang. Zwei Männer brüllen sich auf russisch an und tänzeln in Boxerposen besoffen aufeinander zu. Der schönste Meteor am Himmel ist ein großes Mädchen, dass im Abseits steht und rosa Blasen platzen läßt.

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Sie beschwert sich über die Oberflächlichkeiten  der Welt und hat Tinder installiert.

Ihre zu kurz geratenen Argumentationsketten stammen aus den überlangen Artikeln für das Bildungsbürgertum.

Das Risiko geschmacklos zu  erscheinen besteht nicht, schließlich ist sie immer gut informiert. Geschmacklos ist sie nur, wenn das ironische Moment dabei für jeden erkennbar ist und sie trotzdem noch gut aussieht.

Sie liebt die deutsche Sprache und was man damit machen kann –  Grammatik bitte nicht verschandeln!

Für die unreflektierte Zuhörerschaft gibt es Moral aus der Tube.

Am Ende wird das Blech gerollt, alles andere wäre nicht nachhaltig.
Sie sagt, wer das Wort Fotze benutzt, ist ein sexistisches Monster.

Wer Tarnfarben trägt, schmückt sich mit den Federn des Krieges.

Und wer ihr länger als fünf Minuten zuhören kann, ist wahrscheinlich tot.

 

 

 

 

Der typische Amsterdammer Kiffertourist ist kein Hippie.

Der typische Amsterdammer Kiffertourist frißt sich mit Nestléprodulten voll und knallt sich ausschließlich mit den härtesten Grassorten zu, bis er so high ist, das er vergisst nach dem Kacken zu spülen.

Dankeschön.

Der typische Amsterdammer Kiffertourist ist ein Tourist.

durch die einkaufszone der millionenstadt fliesst ein strom aus menschen.
hier, wo alle leute gleich sind, solange sie nur geld haben, wandelt sie wie eine lebendige leiche.
die arme ueber die brust gekreutzt, wie man es mit toten tut, die man in einer letzten wuerdevollen geste unter die erde bringt.
ihre haltung sagt alles.
sie sagt dasselbe, wie ihre dunkle haut, die genauso braun ist wie aschfahl.
sagt dasselbe, wie ihre augen, die leblos und betaeubt wirken.
hinter den lidern liegt der schmerz, wie eine tiefe schwarze see.
alles an der koerperlich jungen frau schreit dieselben zwei worte heraus.
ich sterbe.

die unnatuerlichkeit ihrer pose ist verstoerend.
niemand, dem es psychisch auch nur halbwegs gut geht, laeuft so durch diese welt.
sie gibt sich selbst eine umarmung.
spuert die waerme der eigenen haut und wuenschte, es waere die eines anderen.
wiegt sich wie ein kind in der anonymen masse.
wer bist du und was hat man dir angetan.
so schnell wie sie aufgetaucht ist, wird sie auch wieder verschluckt.