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Fundstücke

$ick ist um die 40 Jahre alt und hat jetzt schon mehr erlebt als für nur einen Menschen gut sein kann. In dem Youtube-Format Shore, Stein, Papier erzählt er von seiner Drogenkarriere. Es ist eine Aneinanderreihung von teils schockierende, teils traurigen, unglaublichen aber auch komischen Geschichten, die nun schon aus weit über 150 Folgen besteht.

Alles beginnt mit dem ungewollten Umzug des Scheidungskindes von Stuttgart nach Hannover. Beim neuen Freund der Mutter findet der Junge ebenso wenig Akzeptanz wie in der Schule. Stattdessen fängt er mit 13 Jahren das Kiffen an und irgendwann kommt das Heroin dazu. Bald folgt der Rauswurf aus der Wohnung, eine Einbrecherkarriere und die erste Haftsstrafe. Das volle Programm eben. Dank der direkten Erzählung ist der Zuhörer immer nah dran, und nach ein paar Folgen ist man selber süchtig.

Ich wäre überhaupt nicht verwundert, wenn irgendjemand mal einen Film daraus machen würde. Eher verärgert, wenn nicht. Die Storys sind einfach zu gut. Wie den Justizvollzugsbeamten der JVA Hameln LSD in den Kaffee gemischt wird. Wie $ick gerade noch der Hinrichtung durch albanische Großdealer entgeht. Oder auch die nächtlichen Raubzüge durch die Hannover innenstatt. Glorifiziert wird das Drogennehmen dabei genau so wenig, wie etwa in dem alten Streifen über die Kinder vom Bahnhof Zoo. Nur ist das hier kein Schauspieler. Das kann nur das Internet.

PS. Nicht, dass es bezüglich der Überschrift zu Mißverständnissen kommt. $ick nimmt nach eigenen Angaben inzwischen kein Heroin mehr. Aber ich halte es da mit den geflügelten Worten, die er selbst immer wieder bestätigt: Einmal süchtig, immer süchtig.

 

 

 

Das auf dieser  Erde so mancher kranke Geist wandelt ist mir natürlich auch nicht neu. So ganz ohne Marotten bin ich ja auch nicht. Aber als ich vor kurzem auf Amazon verweilte, um zu schauen ob das neue Album „Whales and Leeches“ der amerikanischen Stoner Rockband Red Fang denn schon zum Kauf zur Verfügung stehe und mir dann plötzlich dieses hier preisgeboten wurde:

http://www.amazon.de/TSX-Moby%C2%B4s-Whale-zwischen-3-10cm/dp/B008HRK5JE/ref=sr_1_fkmr1_2?ie=UTF8&qid=1376844532&sr=8-2-fkmr1&keywords=red+fang+whales+and+leeches

Da musste ich doch einen Moment lang stutzen. Ei, was hat uns das Internet denn da schon wieder für hübsches Treibgut an den Schreibtisch gespült? Es ist der quietschrote Dildo „Mobys Dick„, ein anatomisch korrekt geformter Walpenis!  Ich möchte die Produktbeschreibung jetzt gerne noch einmal hier zitieren und für immer auf meinem Blog gespeichert wissen. Denn das muss man sich schließlich auf der Zunge zergehen lassen:

„35 cm lang und bis zu 10 cm dick.
Einfach zum genießen!
Dieser anatomisch präzies kopierte Wal-Schwanz in knallrotem vinyl erreicht Stellen, wo Du anders nicht rankommst!
Während er nach innen gleitete wird er dicker und DICKER.
Er ist so sachte und glibberig, dass er stets tiefer und tiefer graben wil!
Ein enorm geiler Dildo um zu dehnen.
Mobys Dick ist an der Unterseite ausgehölt, sodass er von sich selbst an einer glatten Oberfläche festsaugt.“

Also, noch Fragen? Ich habe schon welche. Zum Beispiel die hier: WER ZUR HÖLLE WILL DENN VON EINEM WAL GEFICKT WERDEN? Weiterhin wüsste ich gerne: WARUM NUR? Und: 65 EURO? IST ES DAS WERT?

Abschließen möchte ich nun mit einem großartigen Video der ebenso großartigen und bereits zu Beginn dieses Artikel genannten Formation Red Fang. Dessen neues Album ist übrigens erst ab dem 15 Oktober erhältlich. Man, man, man. Ich bin gespannt. Schon lange hat Heavy Rock nicht mehr soviel Spaß gemacht.

Cheers & Goodbye

Euer Käptn Ahab

Friedemann Weise hat sich vom ulkigen Dreadlock-Liedermacher zum Satirestar des Webs gewandelt. Sein Obama Bilderwitzchen (“Mein Vater sagt, Sie können in meinen Computer gucken! – Das ist nicht dein Vater.”) ging um die ganze Welt und wurde in etliche Sprachen übersetzt und geteilt. Schleckysilberstein.com , unser aller liebste Seite zum Vertreiben von zähmassiger Langeweile, nannte ihn den lustigsten Menschen im deutschsprachigen Internet. Auf Youtube startete der Kölner die Serie “DIYse- Do it yourself mit Friedemann Weise”, in der er nützliche oder eher total unnütze Tipps für das Überleben in der modernen Welt preisgibt. Etwa, wie man richtig Nachrichten tanzt. Oder: Wie man sich aus Papier und Gaffa-Tape einen extrem häßlichen Weihnachtsmannbart bastelt.

Neuerdings gibt Friedemann Weise an, der neue Wahlkampf-Leiter der SPD zu sein. Ob die Werbespots, die diesem kranken Hirn entspringen wirklich irgendjemanden dazu veranlassen könnten, sein Kreuz für besagte Partei zu machen – über diese Frage könnte man wohl eine psychologische Doktorarbeit schreiben. Hier mal ein kleiner Einblick.